Sebastian Kneipp
(1821 – 1897)

Wer war Kneipp?

Sebastian Kneipp wurde am 17. Mai 1821 in Stefansried, einem kleinen Ort im bayerischen Schwaben, geboren. Seine Eltern waren Weber; durch die Armut der Familie war er schon in frühester Jugend gezwungen, durch schwere körperliche Arbeit den Lebensunterhalt mitzubestreiten. Mit 11 Jahren musste er die Dorfschule verlassen, um bei seinem Vater das Weberhandwerk zu erlernen. Als 12-jähriger hatte er das tägliche Pensum von 12 Ellen zu erledigen.

Seine Hoffnung, einmal Priester zu werden, schien sich daher nicht erfüllen zu wollen, und so begab er sich mit 16 Jahren auf Wanderschaft.

In Grönenbach, einige Wegstunden von seinem Heimatort entfernt, fand er in dem dortigen Kaplan, Dr. Merkl, einen Menschen, der die geistigen Fähigkeiten des jungen Kneipp entdeckte. In unentgeltlichem Privatunterricht bereitete er ihn auf die Gymnasialzeit vor.

Bei der Aufnahme in das Gymnasium zu Dillingen war Kneipp bereits 23 Jahre alt. Mancherlei Entbehrungen, welche er sich in dieser Zeit hatte auferlegen müssen und die harte Arbeit in der Jugendzeit hatten zur Folge, dass er bald an einem so schweren Lungenspitzenkatarrh mit Bluthusten (offene Lungentuberkulose) erkrankte, dass die Ärzte keine Rettung für ihn sahen. Sein eiserner Wille und seine letztlich doch robuste Natur halfen ihm jedoch weiter, so dass er – wenn auch weiterhin kränklich – nach Abschluss der Schulzeit (Gymnasialabschluss mit 27 Jahren) mit dem Philosophie- und Theologiestudium beginnen konnte.

Wie es zum Kneippverfahren kam:

Bei einem Besuch in der Münchner Staatsbibliothek fiel Kneipp eines Tages ein Büchlein von Johann Siegmund Hahn aus dem Jahre 1743 mit dem Titel: „Unterricht von Krafft und Würkung des frischen Wassers in die Leiber der Menschen, besonders der Krancken, bey dessen innerlichen und äußerlichen Gebrauch (...)“ in die Hände. Von dem Inhalt dieses Buches war er so begeistert, dass er die angegebenen Methoden an sich selbst erprobte: So begann er im Winter 1849/50 in der eiskalten Donau bei Dillingen kurze Halbbäder zu nehmen. Sein Allgemeinzustand besserte sich zusehends, und bald fühlte er sich wieder gekräftigt und abgehärtet.

Als Gesunder schloss er sein Studium ab und kam 1855 als Beichtvater an das Dominikanerkloster nach Wörishofen. Nach dem Tode des dortigen Ortspfarrers wurde er dessen Nachfolger. Seine Tätigkeit als Ortsgeistlicher brachte ihn mit vielen kranken Menschen zusammen, die über einen geistigen Trost hinaus auch seine Heilanwendungen mit dem frischen Wasser erlernen wollten.

Kneipp hatte inzwischen die Hahnschen Behandlungsmethoden differenziert. So wurde recht bald aufgrund der Erfolge, die er mit seiner Methode hatte, aus einem kleinen Häuflein von Hilfesuchenden eine große Schar von Kranken, die von nah und fern zu ihm kamen und seine Hilfe erbaten. Seine genesenen Patienten und seine Freunde drängten ihn, ein Buch über seine Behandlungsweise zu schreiben. Seine erste Veröffentlichung unter dem Titel: „Meine Wasserkur“ wurde ein großer Erfolg und sein Ruf ging bald weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus.

Mit 72 Jahren erhielt er eine Audienz beim Papst Leo XIII. in Rom. Er wurde zum Päpstlichen Geheimkämmerer und Monsignore ernannt. Noch im selben Jahr hielt er zwei Vorträge in Berlin vor mehr als 3.000 Menschen.

Als 73-jähriger wurde der internationale Verein Kneipp’scher Ärzte gegründet. Mit 75 Jahren hielt Sebastian Kneipp nochmals einen Vortrag in Berlin vor mehr als 3.000 Menschen.

Kneipp starb im Jahre 1897 als 76-jähriger; Tausende trauerten an seiner Bahre.

 

 

 

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